Wolfgang Rodlauer

Nur wer verwurzelt ist, kann in die Zukunft wachsen.

Employerbranding: So lösen Sie die Handbremse in den Köpfen Ihrer Mitarbeiter

Gepostet Von am September 25, 2019

 Employerbranding

statt Hochglanz Personalmarketing

Nichts gegen eine gut gemachte Anzeige für ein aktives Facharbeiter-Recruiting, nichts gegen eine attraktive Homepage zwecks Imagepolitur des Unternehmens, nichts gegen ein motivierendes Leitbild, das Teams eine gute Orientierung bietet, aber dabei handelt es sich noch nicht um ein aktives Employerbranding. Viele Unternehmer nutzen ihre Führungskräfte und Mitarbeiter nicht aktiv als Markenbotschafter und vergeben damit wertvolles Potenzial sowohl bei der Kundenbindung als auch in der Positionierung als Arbeitgeber. Potentiale aktivieren statt unter Hochdruck rekrutieren, heißt die Devise im Employerbranding.

Der Markt trocknet aus.

Drohender Fachkräftemangel ist die erste aller Sorgen, fragt man Mittelstandsunternehmen (Welt online) „Fachkräftemangel kostet Mittelstand 30 Milliarden“, „Mittelstandsunternehmen sind am härtesten getroffen“ lauten die Schlagzeilen. Eine Schere öffnet sich: Das Angebot an qualifizierten Fachkräften und an begeisterten Mitarbeitern sinkt bei ständig steigender Nachfrage. Der Bewerbermarkt trocknet aus. Bis 2030 fehlen 5,2 Millionen Arbeitskräfte (Prognos AG). Was tun? Wer etwas wirklich aus einer inneren Verpflichtung heraus tut und nicht aus bloßem Pflichtgefühl, ist engagiert. Dieses Engagement führt zu Bindung und die Sache wird zur eigenen. Die mangelnde Bindung der eigenen Mitarbeiter an das Unternehmen frisst den Kuchen des Erfolgs: Von 100 Personen – so Gallup – haben 13 Personen eine hohe emotionale Bindung zum Arbeitsplatz, 66 eine mittlere und 21 Personen haben eine geringe emotionale Bindung zum Arbeitsplatz. Errechnet man die volkswirtschaftlichen Kosten der inneren Kündigung, ergibt sich eine Summe zwischen 121,8 und 125,7 Milliarden Euro jährlich. Was sind die Folgen dieser inneren Kündigung? Ein Mehr ans Fehlzeiten, ein Mangel an eigenen Ideen, ein reduziertes Engagement. Der „Dienst nach Vorschrift“ wird zum Arbeitsmotor.

Sinnkultur ist die neue Gewinnkultur.

Sinn ist das Gegenmittel zur oft gefühlten Vergänglichkeit, zur Bedeutungslosigkeit des eigenen Handelns. Unternehmensziele lassen sich nur mit Mitarbeitern erreichen. Mit Mitarbeitern, die Sinn in ihrer Arbeit sehen, die sich entfalten und die sich einbringen. Wer hier den Hebel ansetzt, erhöht die Wirkung. Warum? Weil Sinnentfachung Gewinnentfachung bedeutet. Lean Management, Change Management, Six Sigma, Prozessoptimierung, Infofluss, Durchlaufzeiten. Bei aller Schrauberei an noch schnelleren Prozessen, auf die Sinnkultur wird und wurde immer wieder vergessen. Doch ohne Sinnkultur keine Erfolgskultur. Nur wer den Sinn seiner Arbeit versteht, vermag es, nachhaltig Leistung zu bringen. Nur wer den Sinn seines Tuns begreift, kann ihn in die Arbeit einfließen lassen. Nur wer den Sinn der Strategie des Unternehmens versteht, kann diesen Sinn in seine Tätigkeit transportieren. Sinn ist der Dünger für Begeisterung.

Erst Sinn schraubt die Gewinnkurve nach oben.

Nichts gegen Management-Methoden, sie funktionieren. Sie legen die Basis. Doch es ist der Sinn, der die Antworten auf die Fragen liefert: Sinnkultur ist die neue Gewinnkultur. Zünden Sie die Triebwerke für eine erfolgreiche Unternehmenskultur. Interessante Arbeitsinhalte, Anerkennung der eigenen Leistung, Ausgewogenheit zwischen Arbeits- und Privatleben, Entwicklungschancen für die eigene Persönlichkeit, Weiterbildungsmöglichkeiten stehen ganz oben, wenn es um die Mitarbeiterbindung geht. Es ist inzwischen klar, dass Menschen nicht rational, durch rein äußere Antriebskräfte steuerbar sind. Sie reagieren auf Werte und zentrale Motivatoren wie Selbstbestimmung, persönliche Entwicklung und das Sinnmotiv. Systementwicklung funktioniert nur über Personalentwicklung. „Mitarbeiter sind unser wichtigstes Kapital“ – der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis groß. Verringern Sie ihn. Unternehmer verschenken wertvolles Potenzial. Denn Mitarbeiter sind sowohl zum Kunden als auch zu künftigen Mitarbeitern wertvolle Imageträger und Multiplikatoren. Was ist zu tun? Verwandeln Sie Mitläufer in Mitdenker, in aktive Unternehmensbotschafter. Nur so können Unternehmen Vertrauenskrisen vorbauen, wie wir sie aktuell erleben.

Mehr unter www.wolfgangrodlauer.at

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