Wolfgang Rodlauer

Institut für Sprach- und Unternehmenskultur

Kann eine klare Strategie Mitarbeiter begeistern und Kunden binden?

Gepostet Von am September 17, 2017

 

Ja.

Wenn sie die Idee des Unternehmens auf den Punkt bringt. Sprachlich. Verständlich. Bildhaft.

Wer sich im Wettbewerb behaupten will, muss wissen, wo seine Stärken liegen. Darum erarbeiten wir für Unternehmen ein Chancenprofil nach sprachwissenschaftlichen Gesichtspunkten – in Kooperation mit der Linguistik Universität Salzburg – und suchen den alles entscheidenden Hebel.

Bringt ein klares Bild hinter einem Unternehmen nachhaltige Wirkung?

Ja.

Vorausgesetzt es ist emotional und verständlich. Durch dieses Bild ist es Wimberger, Vatron, Greiner, Kaun, Eder, der Volkspartei in OÖ und vielen anderen Unternehmen gelungen, in den Herzen und Köpfen von Mitarbeitern und Kunden zu ankern. Das Bild ist der Hebel der Differenzierung des Unternehmens.

  • „Sprachbilder sind der Schlüssel für eine nachhaltige Wirkung, sie laden ein, das Gehörte weiter zu denken, Bilderwelten aufzubauen. Gerade im Tourismus und im Stadtmarketing!“ meint Tourismusdirektor Steiner.
  • „Wer weiß, wie seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über das Unternehmen denken, welche Stärken und Schwächen sie sehen, kann das Wertefundament stärken,“ so Franz Wimberger.
  • „Die sprachwissenschaftliche Analyse der Mitarbeiterinterviews hat sehr schnell klar gemacht, dass Exzellenz als abstrakter Begriff keine Emotion auslöst. Ein Sprachbild liefert ab sofort die Sinnklammer.“ DI Wilhelm Hofmann.

Sprachbilder landen unter der Bauchdecke.

Unsere Kooperation mit dem Fachbereich Linguistik an der Universität Salzburg basiert auf einer qualitativen Methode der Sprachwissenschaft.

Das Ziel der Untersuchung ist es, Inhalte zu subsumieren und innerhalb der verschiedenen Kategorien gemeinsame Nenner ausfindig zu machen wie intuitive Muster, Stärken, Schwächen. Das schafft keine Mafo. Denn vorgegebene Fragen engen ein. Das Vorgehen basiert auf einem hermeneutischen Erkenntnisprozess. In der wiederholten Lektüre der Texte werden neu gewonnene Einsichten als Basis für das weitere Verstehen zugrunde gelegt. Als Ergebnis daraus entstehen die Kategorien und inhaltlichen Themenradien, nach denen die Analyse dargestellt wird. Die Formulierung der Kategorien ergibt sich aus dem Erkennen von grundlegenden Begriffen und semantischen Feldern, die wiederholt in den Texten anzutreffen sind bzw. durch ihre Bedeutsamkeit auffallen.

Der Nutzen einer unverwechselbaren Sprachkultur?

> bringt die Positionierung des Unternehmens auf den Punkt.

> erhöht das Wir-Gefühl (stärkt die Gemeinsamkeit)

> schafft Einzigartigkeit – einheitliche Sprache hebt von der Konkurrenz ab

> vereinfacht Kommunikationsaufgaben (Mitarbeiter sind in der Lage, Zwecke und Sinn des Unternehmens zu erklären)

> gibt Anstoß zum Change-Effekt, erhöht die Veränderungsbereitschaft

Unternehmenskultur muss zwei Dimensionen erfüllen:

Sinn und Herausforderung.

Viele Visionen sind einfach zu austauschbar, zu abstrakt. „Wir stellen unseren Kunden in den Mittelpunkt unseres Denkens und Handelns.“

„Qualität“, „Effizienz“, „Service“ machen uns unverwechselbar. Wer kennt sie nicht, die 0815 Floskeln. Was fehlt, das sind die Bilder dahinter. Was fehlt, das sind die Emotionen dahinter. Was fehlt, das ist der rote Faden. Die Folge: Die Leute trauen sich nicht, die Sterne vom Himmel herunterzuziehen und wirklich eine konkrete Utopie zu planen. Denken wir nur an die Hummel, die eigentlich gar nicht fliegen dürfte.

 

Eine gute Vision ist eine Balance zwischen Utopie und Realität, im Kern das gerade noch Machbare. Voraussetzung dafür ist eine gelungene Sprachkultur. Denn: Verständigung wird nur dann erzielt, wenn bei beiden Kommunikationspartnern dieselbe Bedeutung im Bewusstsein aktualisiert wird. Kommunikation ist das gemeinsame Aktualisieren von Sinn. Das aber schaffen nur Sprachbilder, Storys und eine gemeinsame Sprachkultur.

In Zeiten von „Change“ und „Innovation“ ist Sprache der Wettbewerbstreiber.

Die Sprache des Unternehmens ist der am meisten vernachlässigte Teil der CI. Die gemeinsame Sprache sorgt für eine unverwechselbare

Identität. Sprache macht klar, welche Werte und Wertvorstellungen im Unternehmen lebendig sind. Die Sprache ist die Drehtür zum Erfolg eines Unternehmens. Nichts verkörpert die Werte eines Unternehmens stärker, als es die eigenen Mitarbeiter tun.

 

Ob wir uns für ein Unternehmen entscheiden, hängt davon ab, welche Bilder und Vorstellungen wir mit dem Unternehmen/der Marke in Verbindung bringen. Und welche wir davon sekundenschnell abrufen.

Übrigens, das Vokabular mit den Begriffen „Qualität“, „Service“, „Verlässlichkeit“, „Kundennähe“, „Schnelligkeit“ funktioniert nicht. Es löst schlicht und ergreifend keine Bilder aus. Aber auch Leitbilder, die Botschaften wie „Der Kunde steht im Mittelpunkt“, „Der Mitarbeiter, die Mitarbeiterin ist unser wertvollstes Kapital“, „Qualität ist die Richtschnur für unseren Erfolg“ usw. transportieren, erzielen keine Wirkung.

Erst eine unverwechselbare Sprachkultur, Sprachbilder und Storys lassen den Funken überspringen, den Funken der Begeisterung.

 

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